Fairphone bald fair?

Über die Wichtigkeit, Einfluss auf die Lieferkette zu haben

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Fairphone wird sich von seinem Kontraktfertiger A’Hong = Changhong = Guohong trennen. Grund ist, dass sie mehr Einfluss auf das Gerätedesign haben möchten und deshalb von einem Lizenzmodel zu einem selbstbestimmten Entwurf wechseln wollen. In der Fachsprache heißt das: Sie wechseln von einem ODM (Original Design Manufacturer) zu einem EMS (Electronics Manufacturing Services) Anbieter. Damit werden sie auch mehr Einfluss auf die Auswahl der Geräteteile und das Gerätedesign bekommen. Für mehr Fairness ist die auch nötig.

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FIfF fordert verbindliche EU-Regulierung zu Konfliktmineralien

FIfF e. V. – Pressemitteilung vom 03.12.2014

Seit Jahrzehnten spielt der Handel mit Mineralien, Edelsteinen und anderen Rohstoffen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung bewaffneter Konflikte weltweit. Konfliktparteien in Ländern wie Afghanistan oder Zentralafrikanische Republik werden mit Erlösen aus dem internationalen Rohstoffhandel finanziert.

Europäische Firmen importieren eine große Menge an Rohstoffen für Handys oder Laptops aus eben diesen Konfliktgebieten, ohne dass Unternehmen offenlegen müssen, ob und inwiefern sie mit dem Kauf dieser Rohstoffe zur Finanzierung von Kriegen und Menschenrechtsverletzungen beitragen.

Die Europäische Kommission hat im März 2014 einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der verhindern soll, dass “Erträge aus dem Handel mit Mineralien zur Finanzierung bewaffneter Konflikte verwendet werden”. Dass die EU diesbezügliche Regelungen vorsieht ist zu begrüßen, denn ihr Einfluss ist groß: Fast ein Viertel des globalen Handels mit Zinn, Tantal, Wolfram und Gold entfällt auf die EU, letztes Jahr wurden 240 Millionen Handys und 100 Millionen Laptops in die EU importiert, die alle diese Rohstoffe enthalten.

“Der derzeit vorliegende Entwurf ist viel zu schwach. Er bezieht sich einerseits ausschließlich auf Direktimporteure der unter die Verordnung fallenden Mineralien, zum anderen handelt es sich nur um ein Modell der freiwilligen Selbstverpflichtung. Doch am 4.12.2014 gibt es die Möglichkeit diesen Entwurf zu stärken” erklärt Sebastian Jekutsch, Sprecher der Arbeitsgruppe Faire Computer des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung. Morgen findet eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für internationalen Handel zum Thema Konfliktmineralien in Brüssel statt.

FIfF fordert dass der Parlamentsausschuss Führungsqualitäten zeigt und den Entwurf stärkt: “Zurzeit sind die Unternehmen nicht verpflichtet sicherzustellen, dass die Erlöse aus dem Handel mit diesen Mineralien nicht in die falschen Hände geraten. Doch Unternehmen kommen ihrer Sorgfaltspflicht beim Bezug von Rohstoffen aus Konfliktgebieten nur dann nach, wenn sie gesetzlich dazu gezwungen werden. Verpflichtende Regeln sind daher unbedingt notwendig”, so Sebastian Jekutsch. “Zudem müssen auch Unternehmen Verantwortung übernehmen, deren Endprodukte diese Rohstoffe enthalten, nicht nur die Rohstoffimporteure”. Jekutsch fordert daher die politischen Entscheidungsträger in der EU zu einer wirksamen EU-Gesetzgebung auf, damit Unternehmen zu einer verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung verpflichtet werden.

Die USA ist im Vergleich zur EU in diesem Bereich Vorreiter. Zwar ist es zu begrüßen, dass die EU nicht nur den Handel in Zentralafrika regulieren will, dennoch ist das Dodd-Frank-Gesetz Absatz 1502 ein Meilenstein: Alle in den USA an der Börse notierten Unternehmen müssen veröffentlichen, ob diese Rohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten stammen und überprüfen lassen, ob die in ihren Produkten enthaltenen Mineralien einen Beitrag zur Finanzierung bewaffneter Gruppen in Zentralafrika leisten.

Committee action launch graphic

Betrifft: Faire Computer 4/2014

Fair wLogo_simpelie in Faire Kleidung

Die Kolumne “Betrifft: Faire Computer” erscheint regelmäßig in der FIfF-Kommunikation. Es geht kurz und knapp um die News (die meist auch schon getwittert wurden unter @FaireComputer) in Sachen Faire IT / Elektronik des letzten Vierteljahres. Diese Ausgabe berichtet von Mitte August bis Ende November 2014 und wird in der FIfF-Kommunikation 4/2014 erscheinen. Frühere Ausgaben findet ihr hier im Blog.

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ShiftPhones verspricht bislang Unerreichtes

Shift7 ist ein per Crowdfunding teilweise vorfinanziertes Phablet, das bis Weihnachten erhältlich sein soll. Ein Smartphone namens Shift5 soll folgen. Das Besondere daran: Sie sollen “fair hergestellt” werden. Was hier im Detail versprochen wird ist viel. Ich nutze die Gelegenheit, es mit den real existierenden Bedingungen in Chinas IT-Fabrikation zu vergleichen und gebe eine Einschätzung. Am Ende steht eine Anregung für das Projekt, die allerdings unabhängige Kontrollen voraussetzt.

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Betrifft: Faire Computer 3/2014

Logo_simpelFair wie in Faire Orangen

Die Kolumne “Betrifft: Faire Computer” erscheint regelmäßig in der FIfF-Kommunikation. Es geht kurz und knapp um die News (die meist auch schon getwittert wurden unter @FaireComputer) in Sachen Faire IT / Elektronik des letzten Vierteljahres. Diese Ausgabe berichtet von Mitte Mai bis Mitte August 2014 und ist in der FIfF-Kommunikation 3/2014 erschienen. Auch frühere Ausgaben findet ihr hier im Blog.

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“The bottom line is: It is criminal.” Mike Anane on the e-waste menace

Mike Anane at Interview

Mike Anane during the interview at the photo exhibition

There have been many reports about the illegal exportation of electronic waste from Europe to Ghana in the past. Although all European countries signed the Basel Convention, which bans the export of hazardous waste (which e-waste always is) to non-OECD-countries, new, functional, and repairable devices are legally being shipped to India, China, Nigeria, or Ghana. However, it seems infeasible for customs authorities to effectively police prohibited waste shipments versus permitted exports. As a consequence, e-waste from Germany and other Western countries ends up in the illegal dump site of Agbogbloshie in Accra, the capital of Ghana. In Germany, two documentaries on this, “Giftige Geschäfte – Der Elektromüll-Skandal” and “Die GPS-Jagd – Wo landet mein Schrottfernseher” recently raised a lot of attention about this. We met Mike Anane, environmental activist and journalist in Accra, at a photo exhibition by Kevin McElvaney and talked with him about the social impacts, manufacturer responsibility, and why we see him in every single documentary on this subject.

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Weltweiter NXP Aktionstag zum Mitmachen

Hier eine Aktionsanleitung:

  1. Schreibe auf einen Zettel (CBA = Collective Bargaining Agreement = Tarifabkommen) folgendes:
           # Bring Back NXP 24
           Resume CBA Talks NOW
  2. Mache ein Foto von Dir mit diesem Zettel in der Hand.
  3. Entweder
    • postest Du das Bild auf Deinen Facebook-Account und wirst Freund von bringbacknxp24 oder
    • sendest es an nxpsciwu@yahoo.com (NXPSCIWU), CC mwap_phils@yahoo.com.ph (Metal Workers Alliance of the Philippines) oder
    • Du schickst das Bild an mich. Ich sammle es dann und leite alles mit einem Solidaritätsgruß am 2.7. an die NXP-Gewerkschaft in den Philippinen.

Hier der Hintergrund:

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