Konfliktmineralien: EU setzt auf Freiwilligkeit

Was eine “freiwillige Selbstverpflichtung” ist war mir schon immer ein Rätsel. Nun scheint die EU-Kommission aber eben genau dies bei den Konfliktmineralien installieren zu wollen: Wer möchte darf sich verpflichten, keine Konfliktmineralien mehr zu beziehen und wird dafür auf eine öffentliche Positivliste gesetzt. Wer nicht möchte halt nicht.

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Kaufempfehlung Apple

Fairness bedeutet unter anderem: dem anderen zu geben was ihm zusteht, sich an die Spielregeln eines kooperativen Beisammenseins zu halten und eine Situation nicht zu ungunsten des anderen auszunutzen. Apple tut genau das nicht. (Und ich meine nicht deren Steuertricks.)

Dieser Tage hat Apple wie jährlich im Februar ihren Zuliefererbericht veröffentlicht mit Auflistung all der fürsorglichen Wohltaten zu denen der Konzern als Auftraggeber rechtlich gar nicht verpflichtet wäre. Es kommt einiges zusammen, vieles zwar nur spät reagierend auf schon lange dokumentierte Missstände, aber auch proaktives auf zu befürchtende Arbeitsrechtsverletzungen. Apple bewegt etwas, auch wenn es wundert, dass in jedem Jahr immer wieder die gleichen Probleme auftauchen, vielleicht weil Apple Konsequenzen immer nur androht, aber selten tatsächlich durchzieht. Greenpeace lobt dass Apple verstärkt konfliktfreie Rohstoffe einsetzen möchte (was Apple allerdings schon 2011 versprach), SACOM kritisiert bleibende Lücken.

Wenn man aber mal einen Schritt zurückgeht merkt man, dass dies Almosen eines profitgierigen Konzerns sind: Apple gibt den Zulieferern und den Arbeitern nur ein klein wenig von dem was ihnen sowieso zusteht und macht damit auch noch Werbung.

Das ist was ich unfair nenne.

Time to bite into a fair Apple

Logo eines weltweiten Aktionstags am 7.5.2011

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Betrifft: Faire Computer 1/2014

Logo_simpelDie Kolume “Betrifft: Faire Computer” erscheint regelmäßig in der FIfF-Kommunikation. Es geht kurz und knapp um die News in Sachen Faire IT des letzten Vierteljahres. Diese hier wird in der Ausgabe 1/2014 erscheinen und berichtet aus den Monaten November 2013 bis Januar 2014. Auch die anderen Kolumnenausgaben findet ihr hier im Blog.

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FIfF-Schwerpunktheft “Faire Computer” online verfügbar

In der Ausgabe 4/2013 der FIfF-Kommunikation, dem vierteljährlich erscheinenden Heft des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung, unter dessen Dach auch dieser Blog erscheint, war Faire Computer das Schwerpunktthema. Bekannte Autorinnen und Autoren der Fair-IT-Szene schreiben über ihr Fachgebiet und zeigen in jeweils kurzen, knackigen Beiträgen, wie man zu einer faireren IT-Produktion kommen kann. Es wird nicht lange lamentiert, sondern Wege und Chancen aufgezeigt.

Der Schwerpunktteil ist nun elektronisch frei erhältlich, auf der Webseite der Ausgabe oder als komplettes PDF (7 MByte). Das Heft kann man auch in der gedruckten Version (7€ plus Versand) bestellen per Mail an das FIfF, womit man auch die Arbeit des Vereins unterstützt.

Hier der Inhalt:

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Fairphone: An unfulfilled promise

This is an English translation of the article Fairphone: Zu viel versprochen. Eine Bilanz by Sebastian Jekutsch.

For over three years, I have been concerning myself with fair electronics and especially IT. I first noticed the Fairphone project near the end of 2010: A feel-good video directly from the Southern D.R. Congo’s mining areas, where the team bought a few bits of (purported) cobalt ore directly from the workers, and advertised this as the first step towards a fair mobile phone. It seemed pretty naïve. I noticed that there was not a single technician on the team, so that the whole thing seemed to be more of a marketing experiment than a serious hardware development project. And besides, how should one go about producing a fair phone if even a computer mouse can only be made partially fair?

But it was built! The phones have actually been manufactured, and we can take stock: How fair is the Fairphone?

I will be concentrating on three aspects that are especially important and concern the fairness of the product: the sourcing of raw materials, the working conditions in manufacturing, and transparency in general. I test these according to Fairphone’s two promises: that the Fairphone is “ethically sourced,” and that it “inspires the industry.”

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Fairphone: Zu viel versprochen. Eine Bilanz

(There is an English version of this here.)

Seit gut drei Jahren beschäftige ich mich mit fairer Elektronik und IT im speziellen. Das Projekt von Fairphone ist mir Ende 2010 aufgefallen: Ein Gute-Laune-Video direkt aus Minengebieten des Südosten der D.R.Kongo, wo das Team ein paar Brocken (angeblich) Kobalterz direkt von den Arbeitern gekauft hat und das als ein erster Schritt in Richtung eines fairen Handys beworben wurde. Wirkte ziemlich naiv. Mir fiel auf, dass kein einziger Techniker im Team ist, dass das ganze wohl mehr ein Marketingexperiment zu sein schien denn eine ernst zu nehmende Hardwareentwicklung. Überhaupt: Wie soll man ein faires Handy herstellen, weil selbst eine Computermaus nur teil-fair werden kann?

Aber es wurde gebaut! Nun sind tatsächlich die Fairphones fertig und man kann Bilanz ziehen: Wie fair ist das Fairphone?

Ich konzentriere mich auf drei für die Fairness wichtigsten Aspekte: Rohstoffbeschaffung, Arbeitsbedingungen bei der Fertigung, Transparenz im allgemeinen. Geprüft werden diese anhand zwei Versprechen: Das Fairphone sei “ethically sourced” und “inspires the industry”.

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EUs Dodd-Frank

Das US-amerikanische Dodd-Frank-Gesetzespaket zur Regulierung der Finanzmärkte beinhaltet auch zwei für die IT-Industrie unmittelbar wichtige Teile: Im Abschnitt 1502 wird eine Veröffentlichungspflicht für Rohstoffgeschäfte und im Abschnitt 1504 eine Veröffentlichungspflicht für Zahlungen an Regierungen geregelt. Verpflichtet werden börsennotierte US-Firmen. Während 1504 in diesem Jahr auch in der EU auf ähnliche Weise umgesetzt wurde, gibt es für 1502 nun eine Absichtserklärung und Pläne für’s nächste Jahr. Um diese wird derzeit Lobbyarbeit betrieben.

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